Freiwassertraining für Triathletinnen und Triathleten

Die Tri­ath­lon­sai­son in Deutsch­land geht lang­sam zu Ende. Ein wesent­li­cher Bestand­teil mei­ner Arbeit mit Tri­ath­le­tin­nen und Tri­ath­le­ten war in den zurück­lie­gen­den Som­mer­mo­na­ten das Freiwassertraining.

Frei­was­ser­trai­ning hat eine beson­de­re Bedeu­tung: m.E. ist es ein wich­ti­ger und nicht zu erset­zen­der Bestand­teil des Schwimm­trai­nings, wenn du dich gezielt auf Tri­ath­lon­wett­kämp­fe vor­be­rei­ten möch­test, bei denen der Schwimm-Splitt in natür­li­chen Gewäs­sern stattfindet.

War­um ist das so?

Die meis­ten Tri­ath­le­tin­nen und Tri­ath­le­ten trai­nie­ren Schwim­men im Win­ter­halb­jahr im Hal­len­bad unter mehr oder weni­ger stan­dar­di­sier­ten Bedin­gun­gen. Unter die­sen Bedin­gun­gen lässt sich gut an den Grund­la­gen im Bereich der kon­di­tio­nel­len Fähig­kei­ten arbei­ten. Beson­ders begüns­ti­gen sie m.E. aber die Ent­wick­lung der schwimm­tech­ni­schen Fähig­kei­ten. Dies gilt für den Neu­erwerb einer Schwimm­tech­nik oder neu­er Übun­gen sowie für die Ver­fei­ne­rung von Bewegungsabläufen.

Im Wett­kampf sind Tri­ath­le­tin­nen und Tri­ath­le­ten aller­dings stän­dig wech­seln­den Bedin­gun­gen aus­ge­setzt. Geschwom­men wird in Frei­bä­dern, Seen, Kanä­len, Flüs­sen oder im Meer.

Dies führt dazu, dass die unter kon­stan­ten Bedin­gun­gen gekonn­ten Bewe­gun­gen nun an ver­än­der­te Bedin­gun­gen ange­passt wer­den müs­sen. Nicht sel­ten sind die Wir­kun­gen der wech­seln­den Bedin­gun­gen mit nega­ti­ven Fol­gen für die Schwimm­tech­nik ver­bun­den. Hin­zu kommt, dass oft­mals der Neo­pren­an­zug zum Ein­satz kommt, der sowohl das Was­ser­ge­fühl als auch die Was­ser­la­ge beein­flusst und so zu einem ande­ren Bewe­gungs­ge­fühl beim Schwim­men führt.

Wäh­rend sich das Schwim­men mit Neo noch adäquat im Frei­bad üben lässt, ist eine geziel­te Vor­be­rei­tung auf wech­seln­de äuße­re Bedin­gun­gen m.E. nur durch regel­mä­ßi­ges Trai­ning im Frei­was­ser mög­lich. Im Ide­al­fall in der Gruppe.

Mit regel­mä­ßi­gem Frei­was­ser­trai­ning trägst du dazu bei, die schwim­me­ri­schen Fähig­kei­ten, die du dir im Win­ter­halb­jahr erar­bei­tet hast, in den spe­zi­fi­schen Wett­kampf­si­tua­tio­nen best­mög­lich zu nutzen.

Exkurs: Varia­ti­on als Trainingsreiz

Geziel­te Varia­ti­on von Bewe­gun­gen ist ein hilf­rei­ches metho­di­sches Mit­tel, um zu dif­fe­ren­zier­te­ren und sta­bi­le­ren Ziel­tech­ni­ken zu kom­men. D.h. in unse­rem Fall eine immer bes­se­re Kraul­tech­nik zu ent­wi­ckeln, die auch unter erschwer­ten Bedin­gun­gen mög­lichst nichts von ihrer Qua­li­tät einbüßt.

Im Hal­len­bad lässt sich in ers­ter Linie die (Kraul-)Bewegung selbst vari­ie­ren, z.B. durch

  • Ver­än­de­rung der Antriebs­flä­chen (z.B. Ver­än­de­rung der Hand­hal­tung oder Nut­zung ver­schie­de­ne Padd­les oder Fins),
  • Ver­än­de­rung der Bewe­gungs­ab­läu­fen (z.B. ver­schie­de­ne Zug­mus­ter beim Arm­an­trieb, Varia­tio­nen der Rück­hol­pha­se, Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner Schwimmtechniken),
  • Ver­än­de­rung der Bewe­gungs­im­pul­se (Dyna­mik des Zuges, des Kicks, der Rota­ti­on um die Längs­ach­se) oder
  • Ver­än­de­rung des Timings (dem zeit­li­chen Zusam­men­spiel von Teilbewegungen).

Ziel ist das Ent­wi­ckeln eine mög­lichst effi­zi­en­ten Kraul­tech­nik unter rel. kon­stan­ten Bedingungen:

Im Frei­was­ser­trai­ning vari­ie­ren die äuße­ren Bedin­gun­gen qua­si „ganz natür­lich“, in dem sie grund­sätz­lich von denen gewohn­ten im Hal­len­bad abweichen:

  • Sicht­ver­hält­nis­se im Wasser
  • Tem­pe­ra­tur, Geschmack und Geruch des Wassers
  • Dünung/​ Wellengang/​Strömung
  • kei­ne Lini­en, kein Becken­rand, kei­ne Lei­nen zur Orientierung
  • ggf. Ver­schmut­zung, Was­ser­pflan­zen, Lebewesen

Sie vari­ie­ren von Ort zu Ort und Tag zu Tag sowie inner­halb eines Trai­nings situativ.

Als Varia­blen im Tri­ath­lon­wett­kampf kom­men hinzu:

  • die Start­si­tua­ti­on (vom Ufer, im Was­ser, mit Start­sprung, Rol­ling Start, Massenstart, …)
  • die Aus­ein­an­der­set­zung mit ande­ren Sportler*innen (Kör­per­kon­takt, Über­ho­len, Über­holt wer­den, Schwim­men im Strö­mungs­schat­ten, …) sowie
  • neue „schwimm­tech­ni­sche“ Her­aus­for­de­run­gen (Ori­en­tie­rung über Was­ser, Umschwim­men von Bojen, Del­finsprün­ge, Land­gang, Tempogefühl, …).

Außer­dem kön­nen ver­schie­den Emo­tio­nen eine beein­flus­sen­de Rol­le spie­len, z.B. Ekel, Wut, Angst, Aufregung.

Varia­ti­on als metho­di­sches Mit­tel im Frei­was­ser­trai­ning ist die sys­te­ma­ti­sche Nut­zung all die­ser Fak­to­ren, um eine hohe Anpas­sungs­fä­hig­keit zu erreichen.

Auf­ga­be bzw. Ziel im Frei­was­ser­trai­ning bzw. im Wett­kampf ist daher die mög­lichst effi­zi­en­te Anwen­dung der indi­vi­du­el­len Kraul­tech­nik unter varia­blen Bedingungen:

Varia­ble Verfügbarkeit

Varia­ble Bedin­gun­gen im Frei­was­ser­trai­ning leis­ten damit einen wesent­li­chen Bei­trag, dei­ne schwim­me­ri­schen Fähig­kei­ten auf die höchs­te Qua­li­täts­stu­fe, die sog. Varia­blen Ver­füg­bar­keit, zu entwickeln.

Varia­ble Ver­füg­bar­keit bedeutet:

  • hohe schwimm­tech­ni­sche Sta­bi­li­tät auch unter erschwer­ten bzw. stän­dig wech­seln­den Bedin­gun­gen sowie
  • hohe Fle­xi­bi­li­tät bei der Anpas­sung der Bewe­gungs­ab­läu­fe je nach situa­ti­ver Notwendigkeit.

Emp­feh­lun­gen aus der Trainingspraxis

Frei­was­ser­trai­nings, die ich betreue, fin­den aus­schließ­lich in Grup­pen statt. Grup­pen­trai­ning ermög­licht, deut­lich mehr wett­kampf­na­he Situa­tio­nen zu schaf­fen und damit wett­kampf­na­he Trai­nings­rei­ze zu set­zen. (Grund­sätz­lich kann Frei­was­ser­trai­ning auch allein oder zu zweit durch­ge­führt wer­den. Insb. wenn du das Trai­ning allein durch­führst, spielt neben den ein­ge­schränk­ten Mög­lich­kei­ten der Aspekt der Sicher­heit eine Rol­le. Von Fach­per­so­nal beauf­sich­tig­te Gewäs­ser soll­ten vor­ge­zo­gen wer­den. Schwimm­bo­jen oder neon­far­be­ne Bade­kap­pen erhö­hen die Sichtbarkeit.)

Vor dem Trai­ning füh­re ich grund­sätz­lich eine kur­ze Vor­be­spre­chung der Inhal­te und Zie­le der ver­schie­de­nen Auf­ga­ben­blö­cke durch. Die Trai­nings sind grund­sätz­lich so auf­ge­baut, dass nach dem Warm Up zunächst ein­zel­ne Aspek­te geübt wer­den, die für das Schwim­men im Frei­was­ser von Bedeu­tung sind, und wir spä­ter zu kom­ple­xe­ren Auf­ga­ben kom­men. Ten­den­zi­ell wird in der ers­ten Trai­nings­hälf­te mit weni­ger „Part­ner­kon­takt“ geschwom­men, d.h. alle Teil­neh­men­den üben für sich allein oder zu zweit. In der zwei­ten Trai­nings­hälf­te bil­den wir grö­ße­re Grup­pen, um die Aus­ein­an­der­set­zung mit Mit­schwim­men­den zu stei­gern. Falls mit Neo trai­niert wird, kann am Ende eines jeden Trai­nings nach der letz­ten Auf­ga­be der Neo wett­kampf­mä­ßig aus­ge­zo­gen wer­den, um die­sen Vor­gang zu üben.

Die Trai­nings­in­hal­te unter­schei­de ich nach ver­schie­de­nen Kate­go­rien, zu denen ich hier jeweils ein paar Übungs­bei­spie­le geben möchte:

Warm up

Schwimm­tech­ni­sche Übun­gen, die aus dem Trai­ning im Becken bekannt sind.

Orientierung/​geradeaus schwimmen

  1. Mit Kraul im 4er Zug auf ein Ziel zuschwim­men, Ori­en­tie­rung nach vorn auf jeden vier­ten Zug, jeweils vor der Ein­at­mung zur Sei­te. Das Heben des Kop­fes zur Ori­en­tie­rung nach vorn erfolgt am Ende der Gleit­pha­se bzw. zum Beginn des Was­ser fas­sens des Arms, zu des­sen Sei­te ein­ge­at­met wer­den soll. Im Ver­lauf der Zug­pha­se wird der Kopf zur Sei­te gewen­det und in die „nor­ma­le“ Posi­ti­on zum Ein­at­men gebracht. Nach jeder Ori­en­tie­rungs­be­we­gung den Kopf wie­der bewusst ins Was­ser legen, um eine hori­zon­ta­le Was­ser­la­ge beizubehalten.
  2. Dito. mit 3er Zug. Die Ori­en­tie­rungs­be­we­gung erfolgt vor jedem sechs­ten Zug, d.h. auf jede zwei­te Atembewegung.
  3. Mehr­fach von der glei­chen Aus­gangs­po­si­ti­on auf ein Ziel zuschwim­men ohne Ori­en­tie­rung nach vorn: z.B.
  4. 2x mit 2er Zug nach rechts
  5. 2x mit 2er Zug nach links
  6. 2x 3er Zug

Nach 30 Zügen anhal­ten und schau­en, wie stark die Abwei­chung von der Ide­al­li­nie ist. Beim jeweils zwei­ten Ver­such soll die Abwei­chung durch Anpas­sung der Schwimm­be­we­gun­gen ver­rin­gert werden.

Abschlie­ßend kann fol­gen­de Auf­ga­be gestellt wer­den: Schwim­me mit einer von dir selbst gewähl­ten Anzahl von Zügen so dicht wie mög­lich an das Ziel her­an, ohne dich nach vorn zu orientieren.

Irri­ta­ti­on

  1. Im steh­tie­fen Was­ser ste­hen die Sportler*innen in einer Rei­he. Abstand zuein­an­der 3–4m. Eine Per­son schwimmt im Sla­lom um die ste­hen­den Per­so­nen her­um. Die ste­hen­den Per­so­nen dür­fen irri­tie­ren, in dem sie z.B.:
  2. mit Was­ser spitzen
  3. anrem­peln
  4. die schwim­men­de Per­son leicht unter tauchen
  5. die schwim­men­de Per­son kurz am Bein festhalten
  6. Die Schwimmer*innen schwim­men z.B. eine 300m-Stre­cke und bau­en selbst­stän­dig ver­schie­de­ne „Irri­ta­ti­ons­be­we­gun­gen“ ein, z.B.:
  7. 360°-Drehung um die Körperlängsachse
  8. Rol­le vorwärts
  9. abtau­chen und mit K‑Beinschlag 2–3m unter Was­ser bleiben
  10. auf­rich­ten und zu einem bestimm­ten Ziel ori­en­tie­ren (z.B.: Wo steht die/​der Trainer/​in am Strand?)

Nach der Irri­ta­ti­ons­be­we­gung mög­lichst zügig in eine effi­zi­en­te Kraul­be­we­gung zurückkehren.

  • Geschwom­men wer­den meh­re­re Inter­val­le. Jeweils vor dem Start wird die Schwimm­bril­le „mani­pu­liert“, z.B.:
  • Was­ser in einer Brillenseite
  • Bril­le um den Hals hängen
  • Bril­le auf die Stirn setzen

Wäh­rend des Schwim­mens tref­fen die Sportler*innen eigen­stän­dig die Ent­schei­dung, ob und wann die Bril­le kor­ri­giert wird. Wenn sie sich für eine Kor­rek­tur ent­schei­den, soll die­se mög­lichst so vor­ge­nom­men wer­den, dass die Schwimm­be­we­gun­gen so wenig wie mög­lich unter­bro­chen wer­den und der Vor­gang wenig Anstren­gung kostet.

Bojen umschwim­men

  1. Geschwom­men wird vom steh­tie­fen Was­ser aus im Drei­eck-Kurs um zwei Bojen. Die Rich­tung soll­te nach ein paar Durch­gän­gen gewech­selt wer­den. Die Sportler*innen beob­ach­ten sich gegen­sei­tig und geben sich nach jeder Run­de Feedback.

Beim Umschwim­men der Bojen wird ein Wech­sel von Kraul- und Rücken­zü­gen geübt. Wenn die Boje auf der rech­ten Sei­te umschwom­men wird, erfolgt die Rota­ti­on um die Längs­ach­se nach links. Beim Umschwim­men der Boje auf der lin­ken Sei­te, nach rechts.

Indi­vi­du­ell soll­ten alle für sich her­aus­fin­den, wie vie­le Wech­sel von Kraul- und Rücken­arm­zü­gen not­wen­dig sind, um effi­zi­ent um die Boje zu kom­men. Zum Ver­gleich kann das Umschwim­men auch aus­schließ­lich mit Kraul­zü­gen erfolgen.

Die Win­kel, in denen die Bojen umschwom­men wer­den müs­sen, soll­ten vari­iert wer­den, z.B.:

  • Sla­lom um meh­re­re, in Rei­he lie­gen­de Bojen (fla­che­rer Winkel)
  • Spitz­keh­re (180°-Winkel)

Schwim­men im Strö­mungs­schat­ten und überholen

  1. Paar­wei­se wer­den meh­re­re Inter­val­le geschwom­men. Dabei wer­den die Posi­tio­nen nach jedem Inter­vall gewech­selt, z.B.:
  2. Schul­ter an Schul­ter (ggf. mit leich­tem Körperkontakt)
  3. leicht ver­setzt, sodass die/​der hin­ten schwim­men­de Sportler/​in sich mit den Schul­tern in etwa auf Hüft­hö­he der/​des ande­ren Sportler/​in befinden
  4. hin­ter­ein­an­der in varia­blem Abstand

Die Sportler*innen sol­len nach­spü­ren, an wel­cher Posi­ti­on sie am stärks­ten vom „Strö­mungs­schat­ten“ der/​des Partnerin/​Partners pro­fi­tie­ren und an wel­cher Posi­ti­on sie am bes­ten („Sicht-)Kontakt“ hal­ten können.

  • Paar­wei­se wer­den meh­re­re Inter­val­le geschwom­men. Aus eine guten Posi­ti­on im „Strö­mungs­schat­ten“ her­aus, soll zum Über­hol­vor­gang ange­setzt werden.

Spie­le­ri­sche Vari­an­te: Zu zweit hin­ter­ein­an­der schwim­men. Hin­te­re Per­son setzt zum Über­ho­len an. Wenn sich bei­de auf glei­cher Höhe befin­den, Tem­po raus neh­men und 1–3x in der Rück­hol­pha­se über Was­ser abklat­schen. Anschlie­ßend den Über­hol­vor­gang fortsetzen.

Über­gän­ge: vom Lau­fen zum Schwim­men und umgekehrt

  1. Del­phin­sprün­ge im steh­tie­fen Was­ser üben. Die Sprün­ge soll­ten zunächst ein­zeln, mit kur­zer Steh­pau­se dazwi­schen, durch­ge­führt wer­den, um jeden Sprung kon­zen­triert aus­füh­ren und bewusst wahr­neh­men zu kön­nen. Nach und nach wird die Pau­se ver­kürzt, sodass eine fort­lau­fen­de Bewe­gung entsteht.

Fol­gen­de Vari­an­ten kön­nen aus­pro­biert werden:

  • Füße beim Absprung parallel
  • Füße beim Absprung in leich­ter Schritt­stel­lung (lins vorn bzw. rechts vorn)
  • mit Arm­schwung nach vorn über die Seite
  • mit Arm­schwung nach vorn vor dem Körper
  • ohne Tauch­pha­se
  • mit Tauch­pha­se und inten­si­vem Kraul­bein­schlag unter Was­ser bei vor­ge­streck­ten Armen
  • „laut“ ein­tau­chen /​ „lei­se“ eintauchen
  • Ein­zeln, paar­wei­se oder in Klein­grup­pen wer­den meh­re­re Inter­val­le „geschwom­men“. Dabei wech­seln zwei Auf­ga­ben ab:
  • Rein­lau­fen – Del­phin­sprün­ge – Über­gang ins Schwim­men und Tem­po bis zu einem bestimm­ten Ziel (z.B. Badeinsel)
  • Zurück: Sprung von der Bade­insel – weit ans Ufer schwim­men – Über­gang ins Rauslaufen 

Bei den Auf­ga­ben kommt es dar­auf an, den rich­ti­gen Zeit­punkt für die Ände­rung der Bewe­gungs­form zu fin­den. Die Auf­ga­ben eig­nen sich gut für inten­si­ve Intervalle.

Kom­plex­auf­ga­ben

Bei den Kom­plex­auf­ga­ben ver­su­che ich, mög­lichst vie­le der vor­ge­nann­ten Aspek­te zu ver­bin­den. Sie sol­len mög­lichst nah an die Anfor­de­run­gen im Wett­kampf­ge­sche­hen her­an rei­chen. Die Kom­plex­auf­ga­ben eig­nen sich mei­ner Erfah­rung nach beson­ders für Tem­po­wech­sel­schwim­men, Schwel­len­in­ter­val­le sowie GAI-Aufgaben.

  1. 15–20 Minu­ten Dau­er­be­las­tung: Die Grup­pe stellt sich an der Was­ser­li­nie auf. Auf Kom­man­do erfolgt ein Mas­sen­start. Rein­lau­fen – ggf. Del­phin­sprün­ge – Über­gang ins Schwim­men. Die vor­ge­ge­be­ne Stre­cke in ruhi­ger-mitt­le­rer Geschwin­dig­keit schwim­men. Ans Ufer schwim­men – Land­gang mit ca. 50m Lauf­stre­cke. Am Aus­gangs­punkt ange­kom­men, direkt in die nächs­te Run­de einsteigen.

Vor­ran­gi­ge Anforderung:

  • Mehr­fa­che Wech­sel vom Schwim­men zum Lau­fen zum Schwimmen.
  • Nach dem Land­gang Atmung beru­hi­gen und wie­der in eine effi­zi­en­te Schwimm­be­we­gung finden.
  • Unter­wegs sind die Sportler*innen auf­grund ver­schie­de­ner Schwimm­ge­schwin­dig­kei­ten immer wie­der allein, ohne ande­re Schwimmer*innen in unmit­tel­ba­rer Nähe.
  • Gestar­tet wird im Rol­ling-Start-Ver­fah­ren aus dem steh­tie­fen Was­ser. Die/​der lang­sams­te Schwimmer*in star­tet zuerst, die /​der schnells­te zuletzt. Geschwom­men wird ein Drei­ecks­kurs zurück zum Aus­gangs­punkt. Die Geschwin­dig­keit soll­te im Schwel­len­be­reich lie­gen. Wenn alle Schwimmer*innen am Aus­gangs­punkt ange­kom­men sind, erfolgt eine akti­ve Pau­se mit locke­rem Schwim­men par­al­lel zum Ufer. Kur­ze Steh­pau­se. Dann erfolgt das zwei­te Inter­vall durch das Drei­eck in ent­ge­gen­ge­setz­ter Rich­tung, usw.

Vor­ran­gi­ge Anforderungen:

  • so wenig wie mög­lich ori­en­tie­ren, trotz­dem Ide­al­li­nie finden
  • nach dem Ori­en­tie­ren immer wie­der bewusst den Kopf run­ter neh­men und gute Was­ser­la­ge herstellen
  • wenn es sich unter­wegs ergibt, Strö­mungs­schat­ten nutzen
  • vor den Bojen recht­zei­tig so ver­hal­ten, dass die Boje eng umschwom­men wer­den kann

Cool down

Locker aus­schwim­men, mög­lichst in ver­schie­de­nen Lagen und mög­lichst ohne Neo.

Ein sehr för­der­li­cher Bestand­teil des Trai­nings sind klei­ne Refle­xi­ons­pha­sen, zu denen ich wäh­rend des Trai­nings ani­mie­re und die sich im Anschluss meist von ganz allein erge­ben. Hier wer­den ver­schie­de­ne Erfah­run­gen, Bewe­gungs­lö­sun­gen und Wis­sen aus­ge­tauscht und von­ein­an­der gelernt.

Die Frei­was­ser­trai­nings darf ich im Hem­min­ger Strand­bad, nahe Han­no­ver, durch­füh­ren (www.strandbad-hemmingen.de). Der Bade­see hat eine über­schau­ba­re Grö­ße, einen brei­ten Sand­strand, Bojen und eine Bade­insel. Damit bie­tet er her­vor­ra­gen­de Trai­nings­mög­lich­kei­ten. Weil sich die Sportler*innen immer in Sicht­wei­te befin­den, lässt sich gut Feed­back geben und ihre Sicher­heit ist gewährleistet.