Im November durfte ich trotz der Badschließung in Pattensen drei Technikseminare durchführen. Veranstaltungsorte waren Barsinghausen und Norden. Dass dies möglich war, lag an der tatkräftigen Unterstützung von Britta und Gerold, die mir viel organisatorische Arbeit vor Ort abgenommen hatten. So konnte bei allen drei Veranstaltungen mehrmals am Wochenende unter optimalen Bedingungen geübt und trainiert werden.
Inhaltlich richteten sich die Seminare teils an Einsteiger*innen und teils an Fortgeschrittene.
Grundsätzlich wurde mithilfe einer Videoanalyse eine Bestandsaufnahme des aktuellen Bewegungsablaufs vorgenommen. Für viele Teilnehmende war es das erste Mal, sich beim Kraulschwimmen zu sehen. Andere konnten Vergleiche mit zurückliegenden Aufnahmen ziehen. Für alle bot die Videoanalyse eine Chance zum Abgleich zwischen Innensicht und Außensicht, was einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Bewegungsgefühls leisten kann.
Auf der Basis eines zuvor detailliert besprochenen Bewegungsleitbildes wurden die individuellen Abläufe diskutiert. Festgestellte Schwächen im Bewegungsablauf wurden benannt und hinsichtlich ihrer Bedeutung bewertet. Alle Teilnehmenden erhielten individuelle Trainingsempfehlungen zu hilfreichen schwimmtechnischen Übungen sowie methodischem Vorgehen.
Die Übungen fanden sich zum großen Teil in den Trainingsplänen, die wir während der Seminare genutzt haben. Zusätzliche Übungen wurden in der Theorie besprochen und hinsichtlich ihres Zwecks und geeigneter Variationsmöglichkeiten diskutiert. Zur Methodik, wie sich Bewegungslernen und konditionell orientierte Belastung im Training gezielt verbinden lassen, habe ich ebenfalls in der Theorie Beiträge geliefert. Anhand von Beispielaufgaben aus dem Trainingsalltag der Teilnehmenden (u.a. für das Training in der Gruppe) habe ich Vorschläge zur konkreten Umsetzung gemacht.
In den Seminaren für Fortgeschrittene gab es zusätzlich Gespräche zu weiterführenden Inhalte, wie Beurteilung der Effizienz, Zugzahlübungen oder funktionales Training mit dem Theraband.
Bei der Durchführung von Wochenendtechnikseminaren bestehen aus meiner Sicht ein paar typische Herausforderungen:
Die Teilnehmenden kommen oft mit großen Erwartungen und hoffen zum Teil darauf, bereits am Ende des Seminars besser schwimmen zu können.
Als Trainer möchte ich die Erwartungen bedienen, muss aber gleichzeitig den Blick auf die mittel- bis langfristige Perspektive lenken und dafür motivieren, dauerhaft Training und Bewegungslernen zu ändern. Ich möchte möglichst viel hilfreiche Informationen anbieten, darf die Teilnehmenden aber nicht überfordern.
In den meisten Fällen kommt es während eines Seminars bereits zu spür- und sichtbaren Veränderungen, in manchen Fällen zu grundlegenden und erstaunlichen Fortschritten. Beides ist für Teilnehmenden wie für mich sehr befriedigend.
Und doch ist das zunächst nur eine temporäre Erscheinung, die keinen Bestand haben wird, wenn die einzelne Athletin und der einzelne Athlet nicht bereits sind, konstant auf die vorgeschlagene Weise an der Technik zu arbeiten.
Wenn es gelingt, diesen „Spagat“ auszubalancieren, die Botschaften zu transportieren und am Ende motivierte Sportler*innen zu verabschieden, ist das Seminar gelungen.
Alle Teilnehmer*innen der Novemberseminare gaben am Ende der jeweiligen Veranstaltung ein positives Feedback. Eine Sportlerin schrieb im Nachgang, ich hätte ihre „Sicht auf Schwimmen komplett verändert“. Für einen Sportler war es „die beste Investition seit langem“.
Dafür vielen Dank!
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